Sie befinden sich aktuell in den COUCHSURFER.DE Blog-Archiven für den folgenden Tag 27.2.2008.
27.2.2008 von mk.

Eine Musikikone meldet sich zurück! Miss Kittin veröffentlich “BatBox”, ihr langerwartetes zweites Album. Nach zwei Jahren Produktion und Feinarbeit - und insgesamt vier Jahre nach dem gefeierten Vorgängeralbum “I.Com” – liefert Kittin mit “BatBox” dreizehn Eigenkompositionen ab, die während ihrer ausgedehnten Welttourneen, zwischen Clubs und Kontinenten, entstanden sind.
Und dieses Album unterstreicht einmal mehr Kittins Ausnahmestatus als starke Persönlichkeit in der Musikbranche, als echte, kompromisslose Individualistin mit Substanz. Jeder Track trägt ihre unnachahmliche Handschrift – und zeigt ihren eigenen Blickwinkel auf unser modernes Leben. In den Texten mischt sie respektlose Statements mit ungewohnter Reflexion und einer guten Prise Selbstironie zum gewagten Flirt mit Wave-Ästhetik. Den Fledermäusen widmet Kittin sogar ihr ganzes Album – und legt mit “bat in a box – show me what you goth” noch einmal nach. Oder auch “Solid As A Rockstar”, eine lupenreine Karikatur des klischeehaften Tourlebens: “To fill up the batteries we empty all the mini-bar - No need to switch on Pay TV, I have a better film noir”. Das düster-romantische “Metalhead” trägt die Sehnsucht nach einem Ausbruch gleich in sich:
“A knight in the night, there’s only one thing I wanna do - Dancing in the dark, when no one is talking to you”. “Sunset Strip”, ihre erste Koproduktion mit Starproduzent Pascal Gabriel greift das Thema eines früheren Hits, “Madame Hollywood”, auf und strickt eine konsequente Fortsetzung.
“”BatBox” war eine Art Befreiungsschlag”, erklärt Kittin die zweijährige Inkubationszeit. “Ich habe damit sozusagen die Fledermäuse aus meinem Kopf vertrieben, mich von alten Geistern verabschiedet und Licht in die Schattenwelt gelassen, um die Dunkelheit zu vertreiben. So als ob ich ein Fenster für neue Wahrnehmungen geöffnet hätte – nicht mit den Augen, sondern allein durch meine Intuition, wie bei Katzen und Fledermäusen.”
Neben Gabriel konnte Kittin auch Rob Reger, den Erfinder der Emily the Strange-Cartoons, für eine Kollaboration gewinnen. Als grosse Fans der Arbeit des jeweils anderen schmiedeten sie bei einer Pariser Halloweenparty im letzten Jahr erste Masterpläne. Das sehenswerte Ergebnis: Regers nachtaktiver Kleintierzoo bereichert Miss Kittins Universum um eine weitere Dimension – in Form eines luxuriösen 12-Seiten-Booklets für die “Batbox” CD- und Albumversionen.
“BatBox” schert sich nicht um gängige Konventionen der Musikindustrie, sondern erscheint auf Miss Kittins eigenem Label Nobody’s Bizzness. Und präsentiert damit eine Künstlerin, die noch nie davor zurückgescheut ist, ihre Unabhängigkeit zu verteidigen oder eigene Spielregeln aufzustellen, auf der Höhe ihrer musikalischen und lyrischen Kreativität.
“Für mich war das Album eine grosse, und grossartige Reise der Veränderung. “BatBox” zeigt meine feminine Seite, würdigt aber auch all die Männer, die ohne Hintergedanken einfach nur für mich da waren. Letztendlich ist es ein sehr positives Album geworden – und das funktioniert nur, wenn man keine Angst hat, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Zeit, das Leben neu zu erfinden!”
Miss Kittin machte erstmals in den späten 1990er Jahren von sich reden, als Teil der frühen Electroclash-Szene. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Kollaborationen mit Felix da Housecatt (u. a. “Silver Screen Shower Scene”) und The Hacker - mit glorreichen, genreprägenden Untergrundhits wie “Frank Sinatra (Is Dead)” oder “1982″. Mittlerweile hat Miss Kittin (fast) jeden Winkel der Welt bereist und zählt in Clubs wie We Love Sundays (Ibiza) oder Bugged Out! (London),
aber auch beim jährlichen Sonar-Festival für elektronische Musik (Barcelona) zu den stets wieder willkommenen Hauptattraktionen.
Geschrieben in Review | Keine Kommentare »